Theater 11. August
Tief im Landkreis Rotenburg befindet sich ein kleines Dorf namens Taaken, unweit eines kleinen Flüsschens, das den Namen Wieste trägt. Inmitten von Weiden, Maisfeldern und wenig befestigten Straßen entstehen hier Jahr für Jahr Theaterstücke, die ihren Weg auf kleine Bühnen in der Region finden, aber auch in Grundschulen, Kindergärten und Stadtbüchereien. Und obwohl die Theatergruppe den Namen „Theater 11. August“ trägt (um den genauen Grund ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden), finden die Aufführungen längst nicht nur in den schönen Sommermonaten statt…
Über unsere Arbeit
Im Mittelpunkt unserer Theaterarbeit stehen Projekte, die sich auf der sinnlichen wie auch reflexiven Ebene mit Theater beschäftigen. Dieses wird von uns als eigenständiges künstlerisches Medium begriffen. Unseren Produktionen liegt ein spielerischer wie auch selbstreflexiver Umgang mit Bühnenkonventionen zugrunde, welche in unseren Arbeiten spielerisch gebrochen, umgangen oder offensiv ausgestellt werden. Die Mittel der Darstellung unterscheiden sich stark von Projekt zu Projekt und umfassen – je nach Thema – Live-Musik, Videoprojektionen wie auch Elemente des Objekttheaters. Unterschiedliche Genres der Darstellenden Künste werden auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen miteinander kombiniert oder fragmentarisch neu zusammengesetzt. Auf diese Weise entstehen unkonventionelle formale Arbeiten, die zugleich niedrige Hürden für die Rezeption unserer Zuschauer darstellen. Der Zielfokus bei allen Projekten bleibt auf eine verständliche und hintersinnige Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen gerichtet, die wir aus ungewohnten Perspektiven betrachten und neu deuten. In Warten und Wartung beschäftigten wir uns mit der atomaren Endlagersuche im Landkreis Rotenburg/ Wümme, da auch das kleine Dörfchen Taaken, in dem die Gruppe beheimatet ist, als potentielles Endlager in die nähere Auswahl gekommen war. (Inzwischen ist dieser Vorschlag wieder vom Tisch.) In Das Labyrinth der Fragen entwickelten wir anhand einer spannenden Detektivgeschichte, welche die Kinder durch ein altes Schloss führte,, eine szenische Schnitzteljagd und übten mit ihnen auf spielerische Weise demokratische Grundpraktiken ein. In Der Klingende Garten verwandelten wir den Stapler Kräutergarten mit Musik, Gedichten und szenischen Interventionen in eine große Soundinstallation. In zahlreichen weiteren Projekten, etwa in Edmonds Reise und Johnny Hübner greift ein! zeigen wir Theaterstücke für sehr junges Publikum in Kindergärten und Grundschulen der näheren Umgebung. Auf diese Weise leisten wir kulturelle Grundlagenarbeit und ermöglichen es den Kindern bereits in frühem Alter, das Medium Theater als essentielle ästhetische Kunstform zu erfahren. Johannes Arnold, der Regisseur der Gruppe, arbeitet zudem als professioeller Zauberer in Hannover und tritt auf unterschiedlichsten Events in ganz Norddeutschland auf.
Finanzierung
Die Arbeit unserer Theatergruppe wird von unterschiedlichen Förderern und Geldgebern unterstützt. Nur über Eintrittseinnahmen wäre ein vergleichbares kulturelles Engagement nicht möglich. In den letzten Jahren wurden wir unter anderem von folgenden Institutionen, öffentlichen Förderern und Firmen unterstützt : Land Niedersachsen, Stiftung Niedersachsen, Landschaftsverband Stade, EWE Stiftung, Sparkassenstiftung Rotenburg-Bremervörde, Kulturförderverein im Landkreis Rotenburg/ Wümme, Fonds Darstellende Künste.
Spielorte
In der Regel findet einmal im Jahr ein Sommertheaterprojekt statt, das in den letzten Jahren immer wieder in den Räumlichkeiten des Schützenvereins Taaken aufgeführt wurde. Darüber hinaus werden immer wieder Theaterprojekte für Kinder entwickelt, die – wie etwa das Einpersonenstück Edmonds Reise oder aktuell Johnny Hübner greift ein! – in verschiedenen Schulen im Landkreis Rotenburg zur Aufführung kommen. Darüber hinaus ergeben sich jedoch auch immer wieder Projekte, die an anderen Orten – wie etwa der Stadt Hildesheim – stattfinden, so etwa unsere Inszenierung Das Heilige Experiment.
Geschichte
Die Gruppe wurde im Jahr 2003 von Johannes Arnold gegründet und präsentierte ihre ersten Produktionen unter dem Namen „Theater Amorph“. Sie ging aus dem Studiengang „Kulturwissenschaften und Ästehtische Praxis“ an der Universität Hildesheim hervor. In den ersten Produktionen waren fast ausschließlich Studierende der Universität Hildesheim vertreten. In einem Prozess zunehmender Professionalisierung änderte sie ihren Namen 2005 in „Theater 11. August“. Auch heute noch sind immer wieder Absolventen aus Hildesheim in die Projekte involviert.